Mehr Aufträge für Hochzeitsfotografen - mit diesen 14 Tipps

Viele Fotografen, die auf Hochzeiten spezialisiert sind, haben ab und an einen ziemlich leeren Terminkalender. Manchmal ist das vielleicht auch saisonal bedingt: gerade im Winter gibt es einfach deutlich weniger Eheschließungen, da viele Brautpaare von einer Hochzeit im Sommer schwärmen: blühende Gärten, Sonnenschein, blauer Himmel - und erst die Bilder zu so einer ‚Kulisse‘!

Falls du als Hochzeitsfotografin oder Hochzeitsfotograf aktuell oder manchmal eine kleine Flaute erlebst, hilft dir dieser kurze Artikel dabei, an mehr Aufträge zu kommen - egal, zu welcher Jahreszeit. Du wirst überrascht sein, wie einfach manche Methoden sind und dass du diese zum Teil heute noch umsetzen kannst!

Tipp 1: Sei online präsent

 

Eine Webseite ist heutzutage unerlässlich – denn es gibt fast keinen besseren Weg für verlobte Paare sich schon vor der Beauftragung einen guten Eindruck von dir, „deinen Arbeiten“ und deinem Stil zu verschaffen (siehe auch Tipp 3). Füge also unbedingt auch eine „Über mich“-Seite mit einem sehr ansprechenden Bild und einer Beschreibung von dir hinzu.

Tipp 2: Sorge für eine moderne Webseite

Du brauchst keine Webseite mit extravaganten Features: reinfliegende Bilder oder Texte erhöhen zwar die Aufmerksamkeit ein wenig, aber notwendig sind sie definitiv nicht.

Viele Fotografen haben mal vor 10 oder 15 Jahren eine Webseite in Auftrag gegeben, auf der meist keine oder nur sehr kleine Bilder eingebettet wurden. Oft ist auch nur wenig Text auf solchen Webseiten.

 

Sorge unbedingt dafür, dass deine Seite ansprechend ist:

  • Klar erkenntliches Menü

  • Alles gut lesbar

  • max. 2 Schriftarten

Ebenfalls wichtig:

  • Impressum / Kontaktmöglichkeit mit Email, Name und Telefonnummer

  • Datenschutzerklärung

Wenn du noch keine Webseite hast, kannst du selbst eine erstellen - Dienste wie JIMDO machen es auch für Nicht-Programmierer sehr einfach.

Wenn du das Budget hast, kannst du aber auch natürlich jemand anderen beauftragen (Kostenpunkt ca. 700 € - 1.500€, je nach Aufwand). Diese Investition wird sich definitiv schon sehr schnell lohnen!

Tipp 3: Zeige „Arbeitsproben“

Jeder Fotograf hat seinen eigenen Stil. Zeige daher unbedingt auf deiner Webseite Fotos von deinen bisherigen „Hochzeitsshootings“. Am besten einen großen Mix an Bilder: Portrait-/Nah- und Fernaufnahmen sowie Bilder, die die Dekorationen oder einen Saal zeigen.

So wissen Brautpaare nicht nur, wen sie buchen, sondern auch WAS sie bekommen. Gerade als Fotograf weißt du ja: ein Bild sagt mir als 1000 Worte - also lass ruhig deine Werke sprechen.

Tipp 4: Erlaubnis für Arbeitsproben einholen

Falls du bisher nicht das Einverständnis von den jeweiligen Brautpaaren erhalten hast, Bilder auf deiner Webseite zeigen zu dürfen, kannst du dir nachträglich die Erlaubnis holen:

  • Kontaktiere sie, am besten telefonisch

  • Falls sie dir die Erlaubnis nicht gewähren möchten, kannst du ihnen vielleicht noch etwas anbieten (z.B. könntest du für sie nochmal 5-10 Fotos zu bearbeiten, die du ihnen dann digital schickst)

  • Falls du dennoch keine Erlaubnis bekommst, biete jedem künftigen Brautpaar 5-10% Rabatt an, wenn sie dir die Erlaubnis geben, ein paar Bilder auf der Webseite zeigen zu dürfen.

Tipp 5: Nutze LinkedIn

 

Falls du noch nicht auf LinkedIn bist, melde dich dort an (die Mitgliedschaft ist kostenlos). Viele Fotografen machen hier den Fehler, dass sie als Position nur „Fotograf“ schreiben. Wenn du aber auf Hochzeiten spezialisiert bist, gehst du in der großen Masse unter.

 

Schreibe also unbedingt „Hochzeitsfotograf“ als Positionsbeschreibung und nutze in der Beschreibung zu deinem Profil die Schlüsselwörter „Hochzeitsfotograf“ und „Hochzeitsfotografie“.

Weitere Tipps: 

  • Lade zudem ein ansprechendes Profilfoto hoch (kein Logo!).

  • Weiterhin kannst du in der Profilbeschreibung auf LinkedIn unten noch Arbeitsproben anhängen – nutze diesen Platz unbedingt, um dich und deine Arbeit zu repräsentieren.

  • Zu guter Letzt: verschicke ein paar Kontaktanfrage an Freunde, Bekannte und ehemalige Arbeitskollegen, damit dein Profil nicht nach einer „Karteileiche“ aussieht. Zudem wirst du auf diese Weise schon bald vielleicht über LinkedIn nicht nur von bisher unbekannten Leuten, sondern auch direkt von Bekannten kontaktiert.

Tipp 6: Sei auch auf Xing

Immer weniger Leute sind auf Xing aktiv, aber es schadet nicht, auch dort ein Profil anzulegen. Auch hier ist die Mitgliedschaft kostenlos. Fast alle Tipps für LinkedIn gelten für Xing analog (aber du kannst bei Xing keine „Arbeitsproben“ im Profil anhängen).

Tipp 7: Kontaktiere andere Hochzeitsfotografen

Gerade im Sommer kann es sein, dass du für einen Tag zwei oder mehr Aufträge bekommst, die du dann zeitlich nicht stemmen kannst. An anderen Tagen hast du dafür dann vielleicht nicht einen einzigen Auftrag.

Vernetze dich daher mit anderen Hochzeitsfotografen und arrangiert euch – so könnt ihr euch gegenseitig für Aufträge empfehlen (falls ihr mal an einem Tag mehr als einen Auftrag bekommt) und du bekommst von anderen dadurch sicherlich mal den einen oder anderen Auftrag, wenn gerade bei dir Flaute herrscht.

Tipp 8: Finde Bands

Nutze eine Suche auf Google, um Bands zu finden, die in deiner Region auf Hochzeiten spielen. Frage nach, ob sie schon einen Hochzeitsfotografen in ihrem Netzwerk haben, der sie empfiehlt.

 

Wenn nicht, biete ihnen an, ob es für sie interessant sein könnte, wenn du sie an Brautpaare empfiehlst und falls ja, ob sie sich mal ein paar Bilder von dir anschauen möchten, damit sie dasselbe für dich machen könnten.

Tipp 9: Erweitere dein Netzwerk noch weiter

Unser Tipp 8 gilt analog auch für Brautmodengeschäfte, Hochzeitsplanner, Konditoreien und Friseure, die auf Hochzeiten spezialisiert sind. Kontaktiere sie und frage nach, ob sie an einer „Zusammenarbeit“ interessiert sind und ob du bei ihnen ggf. Visitenkarten / Flyer oder (noch besser:) ein Fotobuch hinterlegen darfst.

 

Solche Fotobücher kannst du online erstellen, manche kosten sogar unter 10€, hochwertigere zwischen 40€ und 60 € (bei 50 Seiten). Diese fungieren dann für dich als "Visitenkarten XXL" und deine Zielgruppe (Brautpaare) können über das Buch auf dich aufmerksam werden.

Tipp 10: Setze nicht zu viel auf Visitenkarten / Flyer und Zeitungsanzeigen

Natürlich kannst du versuchen, auf Hochzeitsmessen Flyer und Visitenkarten zu verteilen. Das Problem hierbei ist bloß: solchen Messen finden in den meisten Städten nur einmal jährlich statt und zudem werden solche „Medien“ sehr schnell ungelesen weggeschmissen.


Auch Zeitungsanzeigen sind nicht mehr so effektiv wie vor 20 Jahren, aber nach wie vor oft sehr, sehr teuer. Wenn überhaupt, investiere hier nur, wenn du online bereits recht gut aufgestellt bist (Webseite, Online-Anzeigen...).

Tipp 11: Online Marketing

Mit Online-Anzeigen ist es so ähnlich wie mit Fotos: theoretisch kann es jeder machen, aber nur Leute mit Erfahrung und dem entsprechenden Equipment und Wissen erzielen wirklich sehr gute Ergebnisse. 


Viele Fotografen scheuen Online-Anzeigen, weil sie nicht das Wissen dafür haben. Andere haben es schon versucht, aber es hat nicht für sie funktioniert.


Dabei kann man die meisten Fotografen ganz einfach von der Bedeutung von Online Marketing mit folgender Frage überzeugen: „Was würdest du tun, wenn du einen Hochzeitsfotografen bräuchtest und du würdest niemanden kennen, der dir einen empfehlen kann?“


Ganz klar: Du würdest per Google-Suche versuchen, einen Hochzeitsfotografen zu finden.


Unser Tipp an dieser Stelle: gerade wenn du aktuell eine Flaute hast, informiere dich über Google- und Facebook-Anzeigen – es gibt viele gute Videokurse zu dem Thema. Aber starte nie eine Kampagne ohne zu wissen, welche Einstellungen du genau brauchst, ansonsten verbrennst du eine Menge Geld.

Sehr wichtige Schlagwörter sind hier u.a. „Retargeting“, Google Tags und der Facebook Pixel. Wenn du einen Kurs angesehen hast, der dir darüber kaum etwas erklärt hat, ist der Kurs ziemlich sicher nicht gut und du solltest dich nach mehr Wissen umschauen, um deine Werbekosten nicht unnötig hochzutreiben.


Wie für die Webseite gilt auch hier: alternativ kannst du das Ganze auch von einem „Profi“ machen lassen, der sich auf Online Marketing spezialisiert hat und der dir dabei helfen kann, mehr Aufträge zu bekommen.

Tipp 12: Social Media

Gerade wenn du aktuell nicht so viele Aufträge hast, kannst du die Zeit nutzen, um auf Instagram einen eigenen Account nur für deine „Arbeitsproben“ zu erstellen. Stelle auch hier sicher, dass in deinem Profil die Schlüsselwörter „Hochzeitsfotograf“, deine Region und deine Webseite genannt werden. Verwende Hashtags aus deiner Region und die, die zu deinem "Thema" passen (#wedding, #hochzeit, #ehe, #heirat, #brautpaar, #brautkleid etc. ).

Mehr Tipps für Instagram findest du auch hier.


Für Facebook gilt Ähnliches: hier kannst du für dein „Business“ eine (kostenlose!) Seite einrichten und diese mit deinen Bildern befüllen.

Tipp 13: Erstelle Artikel für deine Webseite (SEO)

Artikel auf deiner Webseite erhöhen deine Reichweite – Google rankt dich höher (d.h. deine Webseite kommt eher auf Seite 1). Deine Artikel werden von Leuten gelesen und geteilt bzw.  weiter verschickt, wodurch du auch an mehr Aufträge kommst.

Für Artikel gilt dasselbe wie für „Social Media“: es sollte nicht deine Priorität Nr. 1 sein – natürlich gehen z.B. aktuelle Aufträge vor. Aber wenn du Zeit hast, schreibe Artikel über

  • die besten Locations für Hochzeitsfeiern in deiner Region,

  • die besten Wedding Planner in deiner Region,

  • die besten DJs für Hochzeiten in deiner Region,

 

Zudem kannst du einen Artikel mit Tipps für die „perfekte Hochzeit“ erstellen (ggf. mit zusätzlicher „Checkliste“, wo der Punkt „Hochzeitsfotograf gebucht?“ natürlich nicht fehlen darf!).

 

Nutze die Rechtschreibprüfung in Word, um Fehler zu finden und frage eine Freundin oder einen Freund, ob er den jeweiligen Artikel mal durchliest und dir Feedback geben kann.

Und bloß keine falsche Scheu: du musst kein „professioneller Autor“ sein, damit dir ein solcher Blog-Artikel gelingt.

Extratipps:

  • reichere die Artikel (falls passend) mit „Arbeitsproben“ von dir an

  • falls möglich, mindestens 600 Wörter

  • Baue Unter-Überschriften ein

  • Baue Verlinkungen auf anderen Seiten deiner Webseite ein (sofern passend)

 

All das wird dein Google Ranking weiter positiv beeinflussen. Auch hier kannst du ggf. auf „externe Hilfe“ zurückgreifen – also Freelancer oder Agenturen, die sich auf Suchmaschinenoptimierung (SEO) spezialisiert haben.

Tipp 14: So erhältst du mehr Aufträge aus Weiterempfehlungen

Wenn du die Bilder an das Brautpaar übergeben oder versendet hast, frage nach ein paar Tagen jedes Brautpaar, ob sie zufrieden waren. Falls ja, ob sie dich vielleicht mal weiterempfehlen können, wenn in ihrem Freundeskreis mal ein Hochzeitsfotograf gebraucht wird.

 

Du kannst dir auch überlegen, ihnen einen kleinen Bonus anzubieten:

  • ein Schlüsselanhänger mit einem der besten Foto,

  • 5 weitere, retuschierte Bilder,

  • eines der besten Foto ausgedruckt (auf Fotopapier) in großer Größe (mindestens 13cm x 18cm) 

oder ähnlichem – zusätzlich zu einem Rabattcode /- gutschein, den sie an Freunde weitergeben können, falls hier mal „Bedarf“ besteht.


Dasselbe „Paket“ (Bonus + Rabattgutschein) kannst Du ein Jahr nach der Hochzeit erneut zusenden / verschicken (am besten so timen, dass es GENAU am Hochzeitstag ankommt - das wirkt Wunder!). Wegen der Datenschutzgrundverordnung am besten vor dem Verschicken abklären, ob du ihnen eine kleine "Überraschung" zukommen lassen darfst.

Mit diesen 14 Tipps solltest du sehr gut aufgestellt sein, damit sich dein Terminkalender sehr gut füllt.

Mehr Tipps rund um Social Media findest du hier.